Battle Royale (2000) #Japanuary ★★★★

Japanuary Nummer 4: Battle Royale. Selten war es so schwer, etwas über einen Film zu schreiben. Battle Royale erzählt eine Geschichte über Schüler, die sich aufgrund einer politischen Maßnahme gegenseitig in brutalster Weise umbringen müssen, bis nur noch einer überlebt. Grausam und platt? Meine Gedanken während des Films gingen tiefer. Battle Royale behandelt das Thema unterdrückter Gefühle in einer Gesellschaft, die Ehrlichkeit, Offenheit und Emotionalität schon aufgrund ihrer Funktionsweise unterdrückt. Extremsituationen bringen diese Gefühle zum Vorschein, da plötzlich der Rahmen für Gewalt und Mord vorhanden ist. Auch zeigt Battle Royale ein völlig absurdes Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, in dem die erwachsenen Entscheider Kindern und Jugendlichen Schuld für nationale Missstände zuweisen, ohne dabei einen Rückschluss auf die eigene Erziehung zu ziehen. In Rückblenden sieht man immer wieder, wie die Probleme und Versäumnisse der Eltern in den Kindern stattfinden. Es wirkt wie eine gesellschaftlich bedingte Entfremdung zwischen Alt und Jung sowie eine gesellschaftlich bedingte Unterdrückung von Gefühlen. Auf diese Weise stellt der Film die moderne Art des Zusammenlebens grundsätzlich infrage, zumindest tat er dies für mich. 
Battle Royale ist ein gelungener Film, der blutig, hart, jedoch auch immer wieder freiwillig und unfreiwillig komisch ist. Einige großartig intensive Szenen bleiben tief im Gedächtnis, einige Längen, die der Film unzweifelhaft hat, eher weniger. Der Film bewegt sich auf dünnem Eis und ist kurz davor, einfach Trash zu sein, der eine absurde Geschichte erfindet, um zwei Stunden lang sich gegenseitig umbringende Schüler zu zelebrieren. Für mich hat es Battle Royale jedoch geschafft, mehr zu sein.

- Bewertung: 4/5
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