Violent Cop (1989) #Japanuary ★★★★★

Japanuary Nummer 3: Violent Cop von und mit Takeshi Kitano. Den meisten Deutschen dürfte dieser große japanische Regisseur, Schauspieler und Comedian wohl am ehesten durch Takeshi's Castle ein Begriff sein. Die Stimmung aus dieser albernen Parkour-Show zieht sich durch Violent Cop wie ein roter Faden. Der ziemlich brutale Film über einen gewalttätigen Polizisten, der sich um moralische Grundsätze seines Berufs nicht weiter schert, bricht seine spannenden Szenen immer wieder durch extrem lustige, überspitzte Nuancen, die den Zuschauer nicht zuletzt durch Kitanos Mimik und seinen zu Beginn eindimensional wirkenden Charakter zum Lachen bringen. Für westliche Verhältnisse kann die Vermischung von einer absolut schonungslosen und zum Ende hin grausamen Geschichte mit skurrilen Slapstick-Momenten durchaus gewöhnungsbedürftig sein. Für mich hat gerade diese Mischung den Film zu etwas Besonderem gemacht. Immer wieder nimmt die Geschichte unerwartete Wendungen. Schockierendes bringt plötzlich zum Lachen und Lustiges schockiert. Die Geschichte ist hierbei stark genug, um diese Brüche auszuhalten. Kitano hat sich durch den Japanuary bereits jetzt zu einem meiner absoluten Lieblingsschauspieler entwickelt und auch als Regisseur zeigt er mit Violent Cop großartige Kameraarbeit und seinen Sinn dafür, mehrere Ebenen der Unterhaltung gekonnt zu einem Gesamtwerk zusammenzuführen. Der etwas andere Buddy Cop Film handelt von dem Polizeiberuf in Japan, aufgrund der schlechten Bezahlung von Korruption durchzogen und es geht zu Beginn aufgrund des Charakters der Hauptfigur auch um fehlende Standards für die Einstellung von Polizisten. Im Laufe des Films verschieben sich die Sympathien so langsam und unterschwellig, dass es dauert, bis einem dieses Kunststück der Inszenierung und des Drehbuchschreibens auffällt. Die Geschichte spitzt sich immer mehr zu und endet mit einem Knall, der die Probleme der Verbrechensbekämpfung in dem Land der Yakuza und damit die dortige Polizei-Frustration so gut auf den Punkt bringt, wie es selten ein Film geschafft hat. Violent Cop ist filmisch ein Genuss, ist spannend, lustig, schockierend und erzählt eine Geschichte mit Tragweite. Kitanos Leistung als Regisseur ist, dass der Film dennoch in keiner Sekunde emotional überfordert. Seine Leistung als Hauptdarsteller ist, dass seine Figur und damit der Film dennoch glaubhaft bleibt.

- Bewertung: 5/5
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